Foto:Blitzlicht
|

Das Albrechtshaus

Zwischen Güntersberge und Stiege erhob sich im Wald majestätisch das Albrechtshaus.
Man schrieb den 19.Juni 1897. Die Lungenheilstätte wurde eingeweiht. Mit einer Kapazität von 40 Betten wurde das Albrechtshaus eröffnet. Diese waren ausschliesslich für Männer bestimmt. Frauen kamen im nahegelegenen Marienheim unter.Kurze Zeit später, nach wenigen Jahren merkte man, dass die Kapazitäten nicht mehr ausreichten. 3 Jahre nach der Eröffnung, im Jahre 1900, wurden die Flügel mit Anbauten versehen.Somit konnten knapp 46 Betten mehr zur Verfügung gestellt werden.
Auch das Marienheim, welches am 17.Juni 1898 eingeweiht wurde, stieß bald an die Grenzen seiner Kapazität und wurde um 30 Betten, auf 50 (im Jahre 1912) erweitert.
In den darauffolgenden Jahren wurden beide Anstalten immer wieder saniert und vergrößert. Beide Kriege überstehend war das Albrechtshaus und das Marienheim bis ca 1987 Fachkrankenhaus für Lungenkrankheiten. Ab dem 01.10.1987 zogen hier Herz-Kreislaufpatienten ein. 4 Jahre später, ab Juli 1991 wurde das Albrechtshaus dann eine Rehaklinik. Doch diese existierte nur 2 Jahre. Am 31.12.1993 schlossen sich für immer die Tore des Albrechtshauses für seine Patienten.
Doch damit nicht genug. Seit diesem Tag wurden mehrere Projekte mit dem Gebäude geplant. Eines davon war, dieses in ein Luxus- und Wellnesshotel umzuwandeln,was leider 2009 im Sande verlief.
In der NAcht zum 22.August 2013 brannte das Albrechtshaus. Von der Meldung bis zum Eintreffen der Feuerwehr war fast eine Stunde vergangen. Erschwert wurden die Löscharbeiten durch den fehlenden Wasseranschluss, so dass eine Wasserleitung bis zu einem 3,5 km entfernten Löschteich gelegt werden musste. Die Selketalbahn stand für diesem Zeitraum still. Die Feuerwehrmänner hatten keine Chance das Gebäude zu retten. Das Albrechtshaus brannte kontrolliert nieder. Kurz darauf wurde Brandstiftung als Brandursache festgestellt.
Heute, 7 Jahre nach dem Brand, ist dieser Lost Place stark einsturzgefährdet und nicht mehr zugänglich. Zusehends verfällt diese einst prächtige Lungenheilanstalt immer mehr.

(P.S.auf das Gelände konnten wir aus Sicherheitsgründen nicht)

Ähnliche Beiträge

  • Nordhausen feiert.

    Während der letzten 3 Tage wurde in Nordhausen mal wieder so richtig gefeiert. Der Vernstalter brachte Musik, Bands, Alleinunterhalter, Aussteller und buntes Treiben in die Nordhäuser Bahnhofstrasse. Im Mittelpunkt des Festes stand das Thema Mobilität.Unterstützer waren die SWG, die Verkehrsbetriebe und die Strassenbahnfreunde Nordhausen, um nur einige zu nennen. Natürlich durfte auch der musikalische Akt…

  • Das Spiegel’sche Haus in Werna – Ein Lost Place mit Zukunft

    Unser heutiger Lost Place ist gar nicht so verloren wie all die anderen Häuser, die wir schon besuchten. Das alte Gutshaus in Werna hat eine Zukunft – und einen Hausmeister. Mit ihm trafen wir uns und ließen sich durch das geschichtsträchtige Gebäude führen. Im Jahr 876 wurde der Ort Werna zum ersten Mal urkundlich erwähnt….

  • |

    Wellness und mehr

    Der Harz ist berühmt, oder, so muss man leider sagen, war es, für seine wunderschönen Wanderwege. Doch nicht überall sieht es schlimm aus. Der Wald erholt sich sehr langsam an vielen Stellen. Was man neben dem Wandern auch sehr gut verbinden kann, ist ein Wellnesswochenende. Ein perfekter Ausgangspunkt hier ist sicher Ilsenburg. Eine kleine Stadt…

  • Der Naturmythenpfad bei Braunlage

    In einer Zeit, in der Geschwindigkeit und Hektik vorherrschen, ist ein Besuch im Naturmythenpfad genau das Richtige. Auf dem knapp 4 km langem Rundweg hat man Zeit, die Natur zu genießen, zu entschleunigen und Kraft zu tanken. Nebenbei erfährt man auch noch Wissenswertes über die Natur und kann zu sich selbst finden. Mythen und Sagen…

  • |

    Das Treffen der Boliden

    Wenn man meint, dass es in Pulmann City Harz nach dem Mustang treffen ruhiger wird, hat man sich geirrt. Dieses Wochenende bebt die Westernstadt. Hier findet das 20. Internationale Boss Hoss Motorcycle Meeting statt. Die Boliden gaben sich die Ehre. Shows, Msusik und das Dröhnen der Motoren lassen Pullman City Harz erbeben bis spät in…

  • Versteckt im Wald

    Auf dem Weg nach Niedersachsen, fällt einem vom STrassenrand ein aus dem Wald ragender Schornstein auf. Hier stehen die Überreste eines ehemaligen Gipswerkes, den Ellrich-Cleysinger Gipswerken – Holz & Tepper. Heute ist von der einstigen Pracht des Bauwerkes nicht mehr viel zu sehen. Eingestürzte Ruinen, letzte Brennöfen, Förderschnecken und ein weit herausragender Schornstein, der die…