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Geschichte des Kautabaks in Nordhausen

Letztens besuchten wir eine Sonderausstellung im Tabakspeicher zur Geschichte des Kautabaks in Nordhausen.
Durch den Kurator Hans Jürgen Grönke , der durch die Ausstellung führte, wurde uns die Geschichte der Kautabakherstellung und der ansässigen Firmen näher gebracht.
Die Herstellung des Kautabaks geht zurück bis in das Jahr 1817 und entwickelte sich als die entscheidende Industrie in Nordhausen noch vor der Kornherstellung.
Etwa ein Drittel der Arbeiterschaft in Nordhausen waren vor dem 1. Weltkrieg in diesem Industriezweig beschäftigt. Bis zum Jahr 1945 gab es in Nordhausen 39 Firmen in unterschiedlicher Größe und Produktionskapazität. Damit war Nordhausen das Zentrum der Kautabakindustrie.
Bei der Bombardierung Nordhausens im April 1945 wurden auch einige der Firmen beschädigt oder zerstört.
Nach dem 2. Weltkrieg und der Besetzung Nordhausens durch die Rote Armee wurde durch die Sowjetische Militäradministration dann die Kautabakproduktion untersagt.
Die Gebäude der Firma “ Nordhäuser Tabakfabriken Nortag-Hanewacker “ außerhalb der Stadt (heutige Straße der Genossenschaften) wurden nicht beschädigt, so dass bereits Anfang Oktober die Produktion wieder aufgenommen werden konnte. 1946 erfolgte die Enteignung der „Nordhäuser Tabakfabriken AG-Nortag-Hanewacker“. Sie firmte jetzt unter dem Namen „VEB Nortak“. Vor allem Zigaretten, Zigarren und Kautabak wurden hier bis 1990 produziert. 

Nach der Wende übernahm 1991 die „Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH und Co“ den Betrieb. Am 20. 9. 2002 schloss die Firma den Betrieb in Nordhausen und ging zurück nach Hannover.
Herrn Grönke ist es gut gelungen einen kurzen Abriss dieser doch einstmals für unsere Stadt so bedeutenden Industriegeschichte interessant darzustellen.

Lutz -Günter Beck

Fotos L.-G. Beck

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