Auf dem Weg zum Drachen

Am Südlichen Ende von Eisenach, zwischen Mariental und Hohe Sonne, befindet sich eins der schönsten Thüringer Naturschutzgebiete.

Früher war das Mariental eine Zuflucht für Jäger, Mineralsucher und Köhler. Weiter oben, an der Hohen Sonne,stand das Jagdschloss des herzoglichen Hofes. Doch woher bekam die Drachenschlucht ihren Namen? Es gibt einige Sagen und Geschichten. Eine möchten wir Ihnen gern erzählen.

Vor etlichen Millionen Jahren, als die Erdbewegungen den Thüringer Wald entstehen liessen, entstanden nicht nur Berge, sondern auch tiefe Täler und Schluchten. Eine davon südlich von dem heutigen Eisenach. Hier soll ein großer furchterregende Lindwurm ( Drache ) gelebt haben. Dieser terrorisierte die dort lebende Bevölkerung und verlangte täglich 2 Schafe.Irgendwann reichte dem Drachen dieses Opfer nicht mehr. Er verlangte nun 1 Mensch und ein Schaf. Dies ging aber auch nicht lange gut und der Drache wollte mehr. Zu allem Uberdruß wollte dieser nun zu den Schafen noch Kinder, die durch ein Los ausgesucht wurden.

Irgendwann fiel das Los auf die Tochter eines sehr wohlhabenden Mannes. Mit aller Macht versuchte dieser seine Tochter freizukaufen. Doch nichts half. Im Brautkleid wurde das Mädchen dem Drachen zugeführt.
Bevor der Drache allerdings die Maid fressen konnte, kam Ritter Georg. Er besiegte den Drachen, rettete das Mädchen und führte das Ungetier, am Halsband gefesselt, in die Stadt. Hier bot er der Bevölkerung an, den Drachen zu töten. Allerdings hatte Georg eine Bedingung. Sie sollten alle zum Christentum wechseln. Angeblich taten die Eisenacher dies auch, Ritter Georg tötete den Drachen und ist seitdem Schutzpatron der Stadt.(1)

Möchte man diese unwahrscheinlich imposante und wunderschöne Natur erleben, empfiehlt sich eine Wanderung durch die Schlucht. Hier kann man zwischen 2 Einstiegen wählen. Man kann bergauf oder bergab gehen. Beides ist nicht so schwer. Wählt man ersteres lässt man sein Auto am Parkplatz Mariental stehen. Vorbei an einem Tümpel biegt man hier in die Drachenschlucht ein. Gleich zu Beginn kommt man durch ein großes geschnitztes Tor mit einem Drachen drauf. Die ca. 3 km lange Wanderung zur Hohen Sonne führt durch sich immer mehr verengende mit Moos bewachsene Wände. Die Schlucht ist an ihrer engsten Stelle 70 cm breit. Es ist ein Naturschauspiel und zu jederzeit faszinierend.

(1)frei nach Jörg Krauthöfer

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