Die alte Zuckerfabrik in Oldisleben

Wer Oldisleben nicht kennt würde es nicht finden. doch das hier ein Lost Place mit viel Vergangenheit steht, wissen nur wenige. Die alte Zuckerfabrik.

1872 in einer Bauzeit von knapp 10 Jahren erbaut, steht sie heute noch, (fast) wie früher da. Sie war eine von ca 55-60 existierenden Zuckerfabriken in der früheren DDR. Eigentlich musste sie nach dem 2. Weltkrieg erneut rmodernisiert werden. Das ging leider nicht.Nach dem 2. Weltkrieg holten die Alliierte viele Maschinen aus den Fabriken. Die Zuckerfabrik hatte das Glück, dass die alten Dampfmaschinen, die zur Zuckerherstellung benötigt wurden, für die Alliierten zu alt waren. Aus diesem Grund konnte kurz nach dem Krieg relativ rasch mit der Produktion von Zucker erneut begonnen werden. Der Zuckerbedarf der DDR musste nun mit den alten Maschinen gedeckt werde.

Und wenn man sich überlegt, mit welchem Aufwand und welcher Technik.

Das Herzstück war sicher die liegende Einzylinder-Dampfmaschine mit Ventilsteuerung. 1915 von der Braunschweigischen Maschinenanstalt gebaut. leistete sie ganze Arbeit. Der Dampfzylinder hat einen Durchmesser von 550mm der Dampfverbrauch beträgt 3 t / h. Die Kraftübertragung erfolgt durch 55 mm dicke Sisalseile.

Nachdem die Rüben, mit dem Pferdekarren angeliefert und von Hand entladen wurden, kamen diese in eine sog. Diffusionsbatterie. Die einzelnen Diffusionskammern wrden mit den Rübenschnitzeln befüllt. Jedes dieser Schnitzel wird 14 mal gespült. der Befüllungs- und Entleerungsvorgang wird alle 7 – 8 min durchgeführt.

Die älteste Maschine in der Fabrik ist zweifelsohne die Balancier-Dampfmaschine von 1882. Die Maschinenfabrik Sangerhausen stellte diese für die Zuckerfabrik Oldisleben her. Sie trieb mehrere Pumpen zur Förderung der Fraktionssäfte an und pumpte die aus dem gebrannten Kalk hergestellte Kalkmilch.

Geht man heute durch die alten Räume der ehemaligen Fabrik, spürt man, mit ein wenig Fantasy, das Treiben der Arbeiter, die Hitze und hört das laute rattern der Dampfmaschinen. Ein Zeitzeugnis, welches wert ist, erhalten zu bleiben. In mühevoller Kleinarbeit wird von den Anwesenden vor Ort um den Erhalt der alten Maschinen und der Zuckerfabrik gekämpft.

Ähnliche Beiträge

  • Die Probe

    Die zukünftigen Erzieher der Klasse 17/1 hatten heute abend ihre „Probe“. Aber von der Idee bis zum fertigen Stück war es ein langer Weg. Die erste Verfassung verworfen, musste nun kurzfristig eine neue her. Mit Unterstützung von Klaus Heydenbluth zauberten die Schüler ein fantastisches Werk auf die Bühne. Lesen Sie alles weitere auf www.stadtansichten-nordhausen.de [fancygallery…

  • HWN 54 – Der Rotestein

    Wer mit oder ohne der Harzer Wandernadel im Harz viel unterwegs ist, kommt eines Tages unweigerlich zum Rotestein. Eines de schönsten Aussichtspunkte hoch über dem Ufer des Rappodestausee`s. Es gibt viele Aussichtspunkte im Harz, doch dieser zählt sicher unter den Perlen. Er bietet einen unvergesslichen Blick über die Rappode, wie sie sich in das Harzland…

  • 21. Welttag der KKS

    Am 13.05.2014 feierte die Käthe – Kollwitz – Schule ihren 21. Welttag. Schon zu einer Tradition geworden, ist es allerdings auch immer wieder ein Genuss der besonderen Art… Auch dieses Jahr waren wieder 11 Länder “ vertreten „. Deutschland, die USA, Schweden, Frankreich, Russland, Australien, Griechenland, Brasilien, Holland , Spanien und Grossbritannien nahmen am Fest…

  • |

    Unterwegs in Nordhausens Unterwelt

    Das Nordhausen massiv bombardiert wurde, ist leider kein Geheimnis. Doch wenige kennen auch die Unterwelten von Nordhausen, die Splitterschutzgräben und Befestigungsanlagen zum Schutz der Bevölkerung. Wir durften mit Michael Garke, einem Nordhäuser , der sich massiv für den Erhalt und die Freilegung solcher Anlagen einsetzt, den Splitterschutzgraben in der Nordhäuser Altstadt begehen. Natürlich gab es…